Ein umfassender Schutz vor Passivrauchen ist nur garantiert, wenn geschlossene Räume grundsätzlich rauchfrei sind. Dies betrifft besonders alle Innenräume, die öffentlich zugänglich sind oder als Arbeitsplätze dienen. In der Schweiz ist der Schutz durch das entsprechende Bundesgesetz ungenügend.

Wie ist die Bevölkerung vor Passivrauchen zu schützen? 

Für Tabakrauch können keine Grenzwerte festgelegt werden, weil schon kleinste Mengen gesundheitsschädigend sind. Eine wirksame Massnahme, um Nichtrauchende vor den Gesundheitsschäden durch Passivrauchen zu schützen, ist die gesetzliche Einführung von rauchfreien öffentlichen Innenräumen und Arbeitsplätzen.

Doch das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen lässt bediente Rauchräume und Rauchbetriebe sowie das Rauchen in Einzelarbeitsplätzen zu. Das Gesetz gewährt deshalb nur einen beschränkten Schutz. In den bedienten Rauchräumen und Rauchbetrieben des Gastgewerbes gehen die Arbeitnehmenden durch das Passivrauchen hohe Gesundheitsrisiken ein. Die Beschäftigten müssten Schutzmasken mit Atemfilter tragen; allerdings dringen gefährliche Bestandteile des Tabakrauchs auch durch Atemfilter hindurch.

Seit mehreren Jahrzehnten sind weltweit Erfahrungen gesammelt worden, wie die Auswirkungen des Passivrauchens ausgeschaltet werden können, unter anderem mit Nichtrauchzonen, Entlüftungs- und Luftfilteranlagen sowie rauchfreien Innenräumen.

  • Nichtrauchzonen sind höchst mangelhaft.
  • Selbst modernste Lüftungsanlagen schützen nur begrenzt.

Kein Umsatzrückgang in rauchfreien Gastrobetrieben

Breit abgestützte wissenschaftliche Untersuchungen haben schon lange die Behauptung der Tabakindustrie widerlegt, die gesetzliche Einführung rauchfreier Innenräume würde einen Umsatzrückgang auslösen. Unabhängig von der Tabakindustrie finanzierte Studien beruhen auf objektiven Angaben etwa von Steuerbehörden und sind in Fachzeitschriften erschienen, die die Beiträge vor der Veröffentlichung durch externe Fachpersonen prüfen lassen.

Im Kanton Tessin sind die Gastrobetriebe seit April 2007 rauchfrei, abgesehen von bedienten Rauchräumen. Für die Tessiner Gastronomiebranche insgesamt deutet kaum etwas hin auf Umsatzeinbussen durch die entsprechende Änderung des kantonalen Gaststättengesetzes. Dies zeigt eine Studie der Universität Lugano anhand der Umsatzsteuerstatistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

  • Restaurants (rund 87 Prozent des Branchenumsatzes im Kanton Tessin): Wenig spricht für eine umsatzschädigende Wirkung der Gesetzesänderung bei Restaurants. Die Restaurants hatten bereits im Jahr vor Inkraftreten Umsatzrückgänge zu verkraften, von denen sie sich 2007 und 2008 wieder erholen konnten.
  • Bars (rund 10 Prozent des Branchenumsatzes): In den Jahren 2005 bis 2007 mussten die Bars beträchtliche Umsatzeinbussen hinnehmen. Die ungünstige Entwicklung setzte lange vor dem Inkraftreten ein. Sie ist also grössenteils auf Marktkräfte zurückzuführen, die mit der Änderung nichts zu tun haben und auch noch bestanden haben, als die neuen Bestimmungen galten.
  • Diskotheken und Nachtlokale (rund 3 Prozent des Branchenumsatzes): Hier sprechen die Zahlen für Umsatzeinbussen zeitgleich mit der Einführung des gesetzlichen Schutzes für Passivrauchen. Für Diskotheken und Nachtlokale kann die Studie entsprechende umsatzschädigende Wirkungen nicht ausschliessen.

Wer ist in der Schweiz dem Passivrauchen ausgesetzt?

  • 2013 rauchten insgesamt 6,0 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren während mindestens sieben Stunden pro Woche unfreiwillig mit. Bei den Nierauchenden betraf dies 3,8 Prozent.
  • Am höchsten ist die Belastung in Restaurants, Cafés und Bars und bei Freunden, Bekannten und Verwandten mit je rund 25 Prozent.
  • Jugendliche und junge Erwachsene sind dem Tabakrauch viel stärker ausgesetzt als Ältere. Von den 14- bis 19-Jährigen atmen 19 Prozent, von den 20- bis 24-Jährigen 21 Prozent wöchentlich während mindestens sieben Stunden Passivrauch ein.

 

Weiterlesen

 

Quellen

Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.), Aus der Wissenschaft - für die Politik: Raucherräume und Lüftungssysteme: Keine Alternative zur rauchfreien Gastronomie Heidelberg, 2007 www.tabakkontrolle.de.

Peter J. Schulz & Uwe Hartung, Einfluss des Rauchverbots auf die Gastronomieumsätze im Tessin: Evidenz aus der Umsatzsteuer-Statistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Lugano, September 2010 www.bag.admin.ch/tabak_praevention/tpf/index.html?lang=de.

Kuendig H., Notari L., Gmel G. (2014). Le tabagisme passif en Suisse en 2013 - Analyse des données du Monitorage suisse des addictions, Addiction Suisse, Lausanne, Suisse www.suchtmonitoring.ch.

rauchstopplinie

rauchstopplinie

rauchstopp wettbewerb