Hersteller von Tabakwaren fügen ihren Produkten gezielt Stoffe hinzu. Diese machen den Tabakrauch leichter verträglich und erhöhen die Suchtwirkung. Das Bundesamt für Gesundheit informiert die Öffentlichkeit umfassend und leicht verständlich über die wichtigsten Zusatzstoffe.

Die internationale Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation regelt unter anderem die Zusammensetzung von Tabakprodukten. Artikel 9 verlangt einheitliche Richtlinien für die Erfassung und Regulierung der Inhaltsstoffe und Emissionen. Artikel 10 fordert, dass die Öffentlichkeit über die giftigen Inhaltsstoffe und Emissionen ins Bild gesetzt wird. Auch gemäss der EU-Richtlinie über Herstellung, Aufmachung und Verkauf von Tabakprodukten sind die Verbaucherinnen und Verbaucher über alle Inhaltsstoffe zu informieren.

Um diese Informationspflicht zu erfüllen, haben das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ und das Niederländische Nationale Institut für Öffentliche Gesundheit und Umwelt RIVM gemeinsam das EU-Projekt Information der Öffentlichkeit über Tabakkontrolle PITOC entwickelt. 16 europäische Länder sind am Projekt beteiligt, darunter die Schweiz.

Das Bundesamt für Gesundheit hat die entsprechenden Faktenblätter über die Funktionsweise von ausgewählten Zusatzstoffen und deren Wirkung auf die Gesundheit auf einer eigenen Webseite zugänglich gemacht. Beschrieben werden etwa die Zusatzstoffe Zucker, Lakritz, Kakao, Menthol, Vanille, Zellulose und Glyzerin.

Gesundheitsrisiko durch Tabakzusatzstoffe

Tabakindustrie manipulierte Zigaretten zwecks Gewichtsabnahme

Die sechs grossen Tabakkonzerne der USA und Grossbritanniens wollten den Zigaretten appetithemmende Zusatzstoffe hinzufügen. Das wies eine Forschungsgruppe um Semira Gonseth von der Universität Lausanne nach.

Die Gruppe durchsuchte interne Dokumente der Konzerne American Tobacco, Philip Morris, RJ Reynolds, Lorillard, Brown & Williamson und British American Tobacco von 1949 bis 1999. Die Forschenden kamen zu einem doppelten Ergebnis:

  • Die Mehrere Tabakkonzerne veränderten Inhaltsstoffe der Zigaretten, um die dämpfenden Wirkungen des Rauchens auf Gewicht und Appetit zu verstärken.
  • Ausserdem ergänzten die Konzerne Zigaretten mit Zusatzstoffen, die den Appetit unterdrücken.

Mit dem Zusatz derartiger Stoffe steigerten die sechs Tabakkonzerne gezielt die appetithemmende Wirkungen des Rauchens. Absichtlich unterliessen sie es jedoch, die Zusatzstoffe zu deklarieren und die Zigarette öffentlich als ein Mittel zur Gewichtskontrolle zu vermarkten. So umgingen sie die Notwendigkeit, bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine diesbezügliche Zulassung zu beantragen. Diese Forschungsresultate sprechen für eine strenge Regulierung der Zusammensetzung von Tabakwaren.

 

Quellen

Semira Gonseth, Isabelle Jacot Sadowski, Pascal A. Diethelm, Vincent Barras, Jacques Cornuz, The tobacco industry’s past role in weight control related to smoking, in: European Journal of Public Health 2012; 22: 234-237 http://eurpub.oxfordjournals.org.

 

Stand: Oktober 2012

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