Das Nikotin im Tabakrauch macht abhängig. Die Suchtwirkung des Nikotins ist vergleichbar mit der von Heroin oder Kokain. Gefährlich für die Gesundheit ist aber die Inhalation der anderen Schadstoffe. Mit jeder Zigarette wird die Lunge mit Tabakrauch überflutet. Durch die Blutbahnen gelangen die Schadstoffe in den ganzen Körper.

 

Nikotin

Über die Lunge kommt das Nikotin ins Blut, überwindet die Blut-Hirn-Schranke und erreicht nach 9 bis 19 Sekunden (schneller als nach einer Spritze in eine Vene) das Gehirn. Das Nikotin beeinflusst im Körper verschiedene Vorgänge.

Nikotin erhöht den Herzschlag und den Blutdruck. Dadurch benötigt der Körper mehr Sauerstoff, Herz und Kreislauf werden langfristig stärker belastet. Aber die schweren Gesundheitsschäden entstehen nicht durch Nikotin, sondern durch die anderen Schadstoffe des Tabakrauchs. Bei den Herz-Kreislauf-Krankheiten spielt das Nikotin nur eine untergeordnete Rolle.

Körperliche Abhängigkeit

Entscheidend für die körperliche Abhängigkeit ist die Wirkung im Gehirn. Hier fördert das Nikotin die Freisetzung verschiedener Botenstoffe (Neurotransmitter). Diese lösen angenehme Gefühle aus wie Wohlgefühl, Konzentrationsfähigkeit und zugleich Entspannung, eine ausgeglichene Stimmung. Der Abbau des Nikotins führt zu Entzugserscheinungen wie schlechte Stimmung, Reizbarkeit, Angst und Konzentrationsschwäche und bewirkt ein starkes Verlangen nach der nächsten Zigarette.

Eine Nikotinabhängigkeit kann sich bei Jugendlichen rasch einstellen. Eine einzige Zigarette kann zu einer Abhängigkeit führen, ab der vierten Zigarette steigt die Wahrscheinlichkeit einer späteren Abhängigkeit steil an. Zwar scheinen jugendliche Rauchende nicht sehr viel zu rauchen. Aber vier von fünf täglich rauchenden 15-Jährigen in der Schweiz zünden die erste Zigarette spätestens auf dem Weg zur Schule an, was auf einen regelmässigen Zigarettenkonsum hindeutet.

Psychische Abhängigkeit

Zur körperlichen kommt die psychische Abhängigkeit hinzu. In bestimmten Situationen wird es zur Gewohnheit, eine Zigarette anzuzünden, etwa bei der Kaffeepause oder nach dem Essen. Jedesmal, wenn es Zeit ist für eine Kaffeepause, erfolgt routinemässig der Griff zur Zigarette. Die Kombination von körperlicher und psychischer Abhängigkeit kann einen Rauchstopp doppelt erschweren.

Gase

Der Tabakrauch ist ein Gemisch aus Gasen und festen Teilchen. Zu den Gasen gehören neben Stickstoff, Sauerstoff und Kohlendioxid (unschädlich für die Gesundheit) auch Giftstoffe wie zum Beispiel:

  • Kohlenmonoxid: bindet sich in den Lungenbläschen schneller als der Sauerstoff an die roten Blutkörperchen. Wer viel raucht, nimmt bis zu 15 Prozent weniger Sauerstoff auf. Kohlenmonoxid verursacht in erster Linie Gefässschäden.
  • Blausäure: kann nach kurzer Exposition zu Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen führen.
  • Stickoxid: reizt und schädigt die Atemwege.
  • Ammoniak: Ammoniakdämpfe reizen schon in geringer Dosis die Augen und Atemwege, Ammoniumverbindungen erhöhen die Suchtwirkung von Zigaretten.
  • Formaldehyd: ist krebserzeugend, das Gas reizt Augen und Atemwege.

Teer

Teer oder Kondensat umfasst die festen Teilchen des Tabakrauchs (Partikel) ohne deren Wasseranteil und ohne Nikotin. Die Inhaltsstoffe des Teers verursachen hauptsächlich Krebserkrankungen. Teer enthält vor allem

  • Kohlenwasserstoffe (krebserzeugend),
  • Phenole (krebserzeugend, reizt die Schleimhäute)‚
  • Benzole (krebserzeugend),
  • Nitrosamine (krebserzeugend),
  • verschiedene Schwermetalle wie Cadmium (krebserzeugend, kann langfristig die Nieren schädigen), Blei (krebserzeugend, kann nach langer Exposition Gehirn, Nieren, Nervensystem und rote Blutkörperchen schädigen, gefährdet den Fötus) und Nickel (krebserzeugend, reizt die Atemwege, verursacht Lungenentzündung).

Filterzigaretten erhöhen Krebsrisiko

Zigaretten mit kleinen Luftlöchern im Papier und einem Filter erhöhen das Lungenkrebsrisiko. Die Raucherinnen und Raucher saugen stärker an Filterzigaretten und ziehen den Tabakrauch tief in die Lunge hinein. Die Schadstoffe des Tabakrauchs dringen so bis in die winzigen Lungenbläschen vor.

Das Gesetz verbietet deshalb falsche Bezeichnungen, die den Eindruck erwecken können, ein Tabakprodukt sein weniger schädlich als andere. Sogenannt milde oder leichte, aber auch Filterzigaretten haben eine ebenso grosse Suchtwirkung und sind ebenso schädlich wie andere Zigaretten.

 

Quellen

2014 Surgeon General's Report: The Health Consequences of Smoking - 50 Years of Progress www.cdc.gov/tobacco/data_statistics/sgr/50th-anniversary/index.htm.

Action on Smoking and Health (2014), factsheet no:12 What's in a cigarette? www.ash.org.uk/information/facts-and-stats/essential-information.

Deutsches Krebsforschungszentrum (2015) Gesundheitsrisiko Nikotin. Fakten zum Rauchen, Heidelberg www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Fakten_zum_Rauchen.html.

 

Stand: Juni 2014

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