Die Forderung nach rauchfreien Innenräumen stützt sich ab auf eindeutige Fakten von Gesundheitsschäden, verursacht durch Passivrauchen. Auch in der Schweiz haben wissenschaftliche Forschungen die positiven Folgen eines gesetzlichen Schutzes vor Passivrauchen für die Gesundheit nachgewiesen.

Tabakrauch ist die grösste Quelle von Luftverschmutzung in Innenräumen, in denen geraucht wird. Ein umfassender Schutz vor Passivrauchen ist nur garantiert, wenn geschlossene Räume grundsätzlich rauchfrei sind. Hingegen beseitigen auch leistungsstarke Lüftungsanlagen bloss die sichtbaren Rauchschwaden. Wissenschaftliche Studien zu Lüftungsanlagen haben Folgendes ergeben:

  • Trotz der Luftfilter bleiben die winzig kleinen, hochgiftigen Gase des Tabakrauchs in den Innenräumen zurück.
  • Die Entlüftung von Innenräumen anderseits müsste die Stärke eines Sturms erreichen, um einen deutlichen Schutz vor diesen Gasen zu gewährleisten.

Herzrhythmus

Die COSIBAR-Studie (Cohort study on smokefree interventions in bars and restaurants) erfasste in Gastrobetrieben unter anderem erstmals die Herzrhythmusvariabilität. Solche objektive Messungen sind wissenschaftlich aussagekräftiger als subjektive Aussagen der Serviceangestellten über Atemwegsbeschwerden.

  • Im Mai 2010 trat das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen in Kraft. Danach nahm die Belastung durch Passivrauchen auch in Gastrobetrieben eindeutig ab. Im Durchschnitt lag die Belastung 16-mal tiefer.
  • Die tiefere Belastung durch Passivrauchen führte nach sechs bis zwölf Monaten zu einer signifikanten Erhöhung der Herzrhythmusvariabilität. Entsprechend verkleinerte sich das Herzinfarktrisiko.

Gesetzliche Bestimmungen für rauchfreie Gastrobetriebe wirken sich folglich positiv auf die Gesundheit der Serviceangestellten aus:

  • Die Schädigung des Herzrhythmus durch Passivrauchen am Arbeitsplatz kann rückgängig gemacht werden.
  • Die Zunahme der Herzrhythmusvariabilität liegt durchschnittlich rund dreimal höher als die natürliche Abnahme der Variabilität pro Altersjahr. Durch die Einführung rauchfreier Gastrobetriebe sind die Serviceangestellten bezüglich Herzrhythmusvariabilität also drei Jahre jünger geworden.

Chronisch obstruktive Lungenkrankheit

Im Kanton Genf ist seit November 2009 das kantonale "Gesetz über das Rauchverbot in den öffentlichen Räumen" in Kraft. Anschliessend gingen bis Dezember 2010 in der Wohnbevölkerung die Spitaleinweisungen aufgrund von Atemnot bei chronisch obstruktiver Lungenkrankheit COPD und von Lungenentzündung um 19 Prozent zurück.

Herzinfarkte

Seit März 2008 müssen im Kanton Graubünden die öffentlich zugänglichen geschlossenen Räume rauchfrei sein. Auch im zweiten Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes lag die Anzahl neuer Fälle von akuten Herzinfarkten eindeutig tiefer als vorher. Der Rückgang beschränkte sich auf Nichtraucherinnen und Nichtraucher und fiel besonders ausgeprägt aus bei Personen mit bestehenden Herzbeschwerden. Hingegen war im Kanton Luzern, der bis zur Einführung des Bundesgesetzes im Mai 2010 keinen gesetzlichen Schutz vor Passivrauchen kannte, von März 2007 bis Februar 2010 kein entsprechender Rückgang zu beobachten.

 

 

Quellen

American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers, Inc., ASHRAE Position Document on Environmental Tobacco Smoke. Approved by ASHRAE Board of Directors October 22, 2010, Reaffirmed by ASHRAE Technology Council June 29, 2016, Atlanta, Georgia, www.ashrae.org

Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Kohortenstudie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von rauchfreien Arbeitsplätzen auf das Gastronomiepersonal (COSIBAR: Cohort study on smoke-free interventions in bars and restaurants), Schlussbericht, www.tpf.admin.ch/tpf/de/home/tpf-projektdatenbank/projektdatenbank.html.

Jean-Paul Humair et al., Etude d’impact de l’interdiction de fumer à Genève sur les hospitalisations et l’exposition de la population à la fumée passive, Rapport 25.5.2011 du Département des affaires régionales, de l'économie et de la santé, République et canton de Genève DARES http://ge.ch/dares.

Piero O. Bonetti et al., Incidence of acute myocardial infarction after implementation of a public smoking ban in Graubünden, Switzerland: Two year follow-up, in: Swiss Medical Weekly 2011; 141: w13206 www.smw.ch.

 

Stand: Juli 2016

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