Welttag ohne Tabak am 31. Mai: Im Zeichen der Herz-Kreislauf-Krankheiten

 

Am 31. Mai ist der Welttag ohne Tabak. Das Thema des diesjährigen Welttages ist der oftmals unterschätzte Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In der Schweiz sterben jedes Jahr 9500 Personen an den direkten Folgen des Tabakkonsums. Das sind pro Tag 26 vermeidbare frühzeitige Todesfälle. Nach Lungenkrebs sind Erkrankungen der Herzkranzgefässe die häufigste Todesursache.

Tabakkonsum ist zusammen mit Bluthochdruck der häufigste Auslöser für zahlreiche Herz-Kreislauf-Krankheiten. Auf diesen Zusammenhang macht der diesjährige Welttag ohne Tabak aufmerksam, der unter dem Motto «Tabak und Herz-Kreislauf-Krankheiten» steht.

Wie verheerend sich Tabak auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt, zeigen Zahlen des Bundesamtes für Statistik: Mehr als die Hälfte aller Fälle von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) unter Männern in der Schweiz sind direkt auf den Tabakkonsum zurückzuführen. Auch akut lebensbedrohliche Krankheiten wie Schlaganfälle und die Verengung der Herzkranzgefässe (koronare Herzkrankheit) sind häufig Folgen des Rauchens. Im Jahr 2015 wurden über 2000 Menschen in der Schweiz wegen eines Schlaganfalls als direkte Folge des Tabakkonsums ins Spital eingeliefert.

So schädlich ist bereits eine Zigarette pro Tag

Viele Raucherinnen und Rauchern unterschätzen die schädigende Wirkung von Tabak. Sie gehen davon aus, dass eine oder wenige Zigaretten pro Tag gesundheitlich unbedenklich sind – im Gegensatz etwa zu einer ganzen Schachtel. Das Heimtückische am Tabakkonsum ist jedoch, dass sich das Risiko für eine Erkrankung nicht proportional zur Menge der konsumierten Zigaretten verhält. Bereits eine Zigarette pro Tag richtet verhältnismässig grossen Schaden an.

Besonders ausgeprägt ist dieser Umstand bei der koronaren Herzkrankheit, einer der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Zigarette pro Tag lässt das Risiko für diese Erkrankung sprunghaft ansteigen und damit das Risiko für Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Stillstand. Eine einzige Zigarette pro Tag macht beinahe die Hälfte des Risikos einer ganzen Schachtel aus.

Einen ähnlich starken Anstieg des Krankheitsrisikos hat die Forschung auch für Schlaganfall festgestellt. Wer eine einzelne Zigarette am Tag konsumiert, trägt bereits einen Drittel des Risikos einer ganzen Schachtel. Diese Befunde sind besonders alarmierend für Raucherinnen und Raucher, die nur wenige Zigaretten pro Tag rauchen oder ihren Konsum drastisch reduziert haben. Viele von ihnen wähnen sich gesundheitlich auf der sicheren Seite. Doch: Eine unschädliche Menge an Zigaretten gibt es nicht.

Wie steht die Schweiz da?

Die Schweiz unternimmt aus Sicht der Tabakprävention zu wenig, um die Bevölkerung vor den Gefahren des Rauchens und des Passivrauchens zu schützen. Fast nirgends in Europa darf so hemmungslos für Tabakprodukte geworben werden wie hierzulande. Das ist mit ein Grund, weshalb im Gegensatz zu anderen Ländern Europas der Anteil der rauchenden Bevölkerung weiterhin bei hohen 25 Prozent liegt.

Die Mehrheit im National- und Ständerat ist gegen griffige Massnahmen zur Senkung des Tabakkonsums. Dies hat unlängst die Erarbeitung des neuen Tabakproduktegesetzes gezeigt. Selbst die marginalen Verschärfungen, die der Bundesrat ausgearbeitet hatte, fanden im Parlament kein Gehör und wurden strikt zurückgewiesen.

Deshalb gelangte Anfang 2018 ein Entwurf in die Vernehmlassung, der im Wesentlichen den tabakfreundlichen Status quo zementiert. Die von über hundert Organisationen unterstützte «Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz» hat ihre Forderungen in die Vernehmlassung eingebracht. Sie verlangt die grundsätzliche Überarbeitung des Entwurfs und insbesondere die Einführung eines umfassenden Werbe- und Sponsoringverbots. Die Allianz wird koordiniert von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz.

Gegen das aggressive Marketing der Tabakkonzerne, das vorwiegend auf Kinder und Jugendliche abzielt, wurde die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» lanciert. Berufsverbände der Ärzteschaft, der Apothekerinnen und Apotheker, der Drogistinnen und Drogisten stehen dabei an vorderster Front. Im Initiativkomitee vertreten sind u. a. die Krebsliga Schweiz, Public Health Schweiz, Stiftung IdéeSport, Sucht Schweiz und die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz. Die Unterschriftensammlung läuft. Unterschriftenbogen liegen in Apotheken, Drogerien und Arztpraxen auf.

Welttag ohne Tabak

Der Welttag ohne Tabak ist eine Kampagne der Weltgesundheitsorganisation WHO. Er findet jeweils am 31. Mai statt und macht auf die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums aufmerksam. Das Thema des diesjährigen Welttags ohne Tabak ist der Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tabakkonsum und Passivrauchen sind gemäss der WHO verantwortlich für 12 Prozent aller Todesfälle durch Herzerkrankungen.

Weltweit tötet die Tabakepidemie jährlich mehr als 7 Millionen Menschen, davon fast 900 000 Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die wegen Passivrauch sterben. Rund 80 Prozent der mehr als 1 Milliarde Raucherinnen und Raucher weltweit leben in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Dort ist auch die Belastung durch tabakbedingte Krankheiten und Todesfälle am größten.

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Auskunft:

Thomas Beutler

wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Verena El Fehri

Geschäftsführerin

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Wolfgang Kweitel

Kommunikationsmanager Politik

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