Hanfzigaretten: Ein gefährliches Lifestyle-Produkt

Hanfzigaretten sind neuerdings in der Schweiz im Detailhandel erhältlich. Sie sind genauso schädlich wie herkömmliche Zigaretten. Gerade Jugendliche kann das neue Lifestyle-Tabakprodukt aber zum Rauchen verführen.

Genauso schädlich

Eine Schachtel der Hanfzigaretten enthält 4 Gramm Hanf. Der Verkauf ist legal, da der THC-Gehalt des verwendeten Hanfs unter 1 Prozent liegt. Der Hanf enthält eine erhöhte Konzentration des Wirkstoffs CBD. Im Gegensatz zu THC löst CBD keinen Rausch aus. Dem Inhaltsstoff wird hingegen eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Der Produzent der Hanfzigarette wirbt gezielt mit dem Inhaltsstoff und seiner Wirkung.

Die Hanfzigarette wird vom Produzenten ausserdem als «alternatives Rauch-Naturprodukt» beworben. Dabei besteht sie grösstenteils aus herkömmlichem Tabak. Sie unterscheidet sich mit Ausnahme des geringen Zusatzes von Hanf nicht von normalen Zigaretten. Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz weist deshalb nachdrücklich darauf hin, dass der Konsum der Hanfzigaretten genauso schädlich ist wie das Rauchen von herkömmlichen Zigaretten. Die Hanfzigarette ist keine weniger schädliche Alternative zur Zigarette. Sie macht genauso schnell süchtig wie andere Tabakprodukte.

Gefährliche Anreize

CBD-Hanf etabliert sich zunehmend als Lifestyle-Produkt. Nachdem bereits spezialisierte Hanf-Verkaufsstellen in vielen Schweizer Städten eröffnet worden sind, senkt die leichte Verfügbarkeit an der Supermarkt-Kasse und am Kiosk die Hemmschwelle für den Konsum noch einmal. Besonders auf Jugendliche können solche Produkte anziehend wirken, da Hanf die Aura des Verbotenen anhaftet. Jugendliche sind besonders empfänglich für die Werbung und unterschätzen, wie schnell Tabak abhängig macht. Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz wird die Entwicklungen rund um die Hanfzigarette weiter im Auge behalten.

Der Rauch einer Zigarette enthält mehr als 7000 Chemikalien. Hunderte davon sind giftig und mindestens 70 verursachen direkt Krebs. Raucherinnen und Raucher sterben durchschnittlich 10 Jahre früher als lebenslange Nicht-Raucherinnen und Nicht-Raucher. In der Schweiz sterben jährlich 9 500 Personen an den direkten Folgen des Tabakkonsums. 

 

Auskunft:

Verena El Fehri

Geschäftsführerin Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention

Haslerstrasse 30, 3008 Bern

031 599 10 20

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