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Ab 18 Jahren: Ein Mindestalter alleine nützt wenig

Ein Mindestverkaufsalter für Tabakprodukte – ohne zusätzliche Massnahmen – schützt Kinder und Jugendliche nur wenig. Das zeigt eine Erhebung des Konsumverhaltens in Österreich.

Seit 2019 werden Tabakprodukte in Österreich nur noch an 18-Jährige abgegeben – jedenfalls in der Theorie. Eine Erhebung des Konsumverhaltens von Schülerinnen und Schülern in unserem östlichen Nachbarland zeigt, dass das entsprechende Gesetz kaum wirkt: Kiosks gehören noch immer zu den wichtigsten Bezugsquellen der Minderjährigen.

Direkt am Trafik

Am häufigsten bezogen die befragten 13- bis 16-jährigen Jugendlichen ihre Rauchwaren aus dem Freundeskreis. Schon an zweiter Stelle folgt dann der Trafik, wie unsere Nachbarn im Osten den Kiosk nennen. 30,2 Prozent der rauchenden Jungen kauften ihre Rauchwaren dort. Bei den Mädchen teilte sich der Kiosk den zweiten Platz mit der Familie und den Zigarettenautomaten.

Beim Konsum zeigte sich ein leicht abnehmender Trend bei den täglich rauchenden Jugendlichen, im Vergleich zu früheren Studien nahm das Gelegenheitsrauchen jedoch zu. Am häufigsten konsumiert wurden normale Tabakzigaretten, besonders von den Mädchen. An zweiter Stelle folgte die Wasserpfeife. Jungen konsumierten deutlich häufiger selbstgedrehte Zigaretten, E-Zigaretten und Oraltabak und weniger traditionelle Zigaretten als Mädchen. Eine dramatische Zunahme vom E-Zigarettenkonsum wie in den USA blieb in Österreich bisher aus.

Mehr Massnahmen nötig

Angesichts des offenbar kaum greifenden neuen Gesetzes fordern die Autoren des Berichts (mehr) Testkäufe und Sanktionen bei einem Verkauf an Minderjährige. Da das Mindestverkaufsalter alleine nicht reicht, brauche es für den wirksamen Jugendschutz auch die Abschaffung von Zigarettenautomaten und Verbote für Promotion, Sponsoring und Werbung, die auch die Verkaufsorte einschlössen.

Die Verkaufsstellen zählen – auch in der Schweiz – zu den wichtigsten Standorten für Tabakwerbung. Kiosks und Tankstellenshops, die wegen Süssigkeiten, Spielzeugen und Heften bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind, werben besonders stark für Nikotinprodukte. Das Material in Form von Plakaten, Aufstellern oder ganzem Mobiliar wird meistens von den Tabakkonzernen zur Verfügung gestellt, die auch die Platzierung vorschreiben.

Quelle: Johannes Berger und Manfred Neuberger (2020): Wer schützt Österreichs Kinder und Jugendliche vor Tabakindustrie und -handel? In: Pädiatrie & Pädologie

Schlagwörter: Tabak

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