Irland: Neue Steuer auf E-Zigaretten soll junge Menschen vor Nikotin schützen

Die Irish Heart Foundation fordert von der Regierung die Einführung einer neuen Steuer für E-Zigaretten in der Budgetplanung 2021, um junge Menschen vor einer Nikotinsucht zu schützen, und verlangt eine Erhöhung des Preises einer Packung von 20 Zigaretten auf 20 Euro bis 2025.

Schutz von Kindern und Jugendlichen

Konkret drängt die Organisation in einem Vorentwurf des Haushaltsplans für das Jahr 2021 die Regierung dazu, eine Verbrauchssteuer von 6 Cents pro Milliliter E-Zigarettenflüssigkeit einzuführen. Dies entspräche einer Erhöhung des Preises für E-Zigaretten um 15-20 Prozent.

Andere europäische Länder, wie Finnland und Portugal, haben eine solche Steuer bereits erfolgreich eingeführt. Obwohl die in Irland geforderte Steuer unter jener von Finnland und Portugal (30 Cents pro Milliliter E-Zigarettenflüssigkeit) liegt, ist man von deren Wirksamkeit überzeugt und geht davon aus, dass sie hoch genug ist, um einen Einfluss auf Kinder haben zu können.

Die Irish Heart Foundation fordert die Regierung ausserdem auf, den Preis der beliebtesten Preisklasse von Zigaretten von derzeit 13,70 Euro auf 20 Euro zu erhöhen - und zwar durch eine Reihe von fünf jährlichen Steuererhöhungen.

Man glaube mit der vorgeschlagenen Verbrauchssteuer die Preise für diese Geräte aus der Reichweite von Kindern und Jugendlichen zu bekommen und jene gleichzeitig für Erwachsene, die E-Zigaretten zur Raucherentwöhnung benutzen, erschwinglich halten zu können, so Chris Macey, Leiter Advocacy der Irish Heart Foundation. Dabei müsse jede neue Verbrauchssteuer auf E-Zigaretten mit einer Erhöhung der Tabakverbrauchssteuer einhergehen um sicherzustellen, dass Nutzer*innen nicht wieder zu traditionellen Zigaretten und Selbstgedrehten zurückkehren würden, so Lacey weiter.

Effektive Tabaksteuer

Dieser duale Ansatz ist erwiesenermassen der wirksamste Weg zur Reduzierung der Raucherquoten. Durch Massnahmen auf struktureller Ebene konnte in Irland der Anteil der Rauchenden bereits auf 17 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahren, d.h. etwa 680’000 Menschen, gesenkt werden. Die Irish Heart Foundation ist aber überzeugt, dass mehr getan werden muss, um das Gesundheitsziel eines tabakfreien Irlands (d.h. eine Raucherprävalenz von weniger als 5 Prozent) bis 2025 zu erreichen.

Studien haben ergeben, dass junge Menschen, die mit dem Konsum von E-Zigaretten beginnen, mit viermal höherer Wahrscheinlichkeit zum Zigarettenkonsum übergehen. Deshalb ist eine Besteuerung von E-Zigaretten unumgänglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Einführung von Tabaksteuern als die kostengünstigste Möglichkeit, den Tabakkonsum einzudämmen, insbesondere bei Jugendlichen und Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen.

Vorbild Australien

Die australische Regierung folgte dieser Empfehlung im Rahmen ihrer öffentlichen Gesundheitspolitik bereits. Für den Kauf eines Päckchens Zigaretten muss man in Australien als Raucher*in aufgrund mehrmaliger Erhöhungen der Tabaksteuer im internationalen Vergleich am tiefsten in die Tasche greifen. Nach der letzten Preiserhöhung vom 01. September 2020 um 12,5 Prozent kostet eine Referenz-Zigarettenpackung von 20 Zigaretten mittlerweile rund 35 Australische Dollars (AUD), was knapp 23 CHF entspricht. Mittelfristig zielen die Behörden in Australien auf eine Erhöhung des Preises auf 40 AUD pro Packung. Die Schweiz hatte die Tabaksteuer jeweils nur in kleinen Schritten erhöht, die unter der 10 Prozent-Marke lagen. Um jedoch die Nachfrage nach Tabakprodukten zu verringern und Jugendliche am Einstieg zu hindern, müssen die Steuererhöhungen auch im Portemonnaie der Menschen in der Schweiz zu spüren sein.

Link zur Medienmitteilung

Link zur WHO

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